Staffelsee 2025
Auf den Spuren von Gabriele Münter und dem Blauen Reiter
Im Juni 2025 machte sich eine kleine Gruppe von umbra8 auf den Weg nach Murnau am Staffelsee – dorthin, wo Kunstgeschichte nicht im Museum endet, sondern in der Landschaft selbst beginnt. Die Region rund um das Murnauer Moos und das Haus von Gabriele Münter gehört zu den prägenden Orten des Blauen Reiters.
Schon nach kurzer Zeit wird klar, warum diese Gegend Künstler seit über hundert Jahren anzieht: das offene Moor, die wechselnden Lichtverhältnisse und die Weite der Landschaft erzeugen eine besondere Stimmung, die sich nur schwer festhalten lässt – und genau darin liegt ihr Reiz.
Malen im Dialog mit der Landschaft
Das Arbeiten vor Ort verändert den Blick. Farben wirken intensiver, Kontraste unmittelbarer, und das Motiv bleibt nie statisch. Jede Wolke, jeder Schatten verschiebt die Wahrnehmung.
Diese Form der Pleinairmalerei verlangt Entscheidungen im Moment – ähnlich wie beim Pleinairmalen in Speyer, wo ebenfalls unter freiem Himmel gearbeitet wurde und die Umgebung direkten Einfluss auf das Bild nahm.
Zwischen Kunstgeschichte und eigener Erfahrung
Der Bezug zur Kunstgeschichte ist in Murnau allgegenwärtig, aber nie aufdringlich. Orte wie das Münter-Haus oder das Murnauer Moos sind keine reinen Sehenswürdigkeiten – sie sind Ausgangspunkte für eigene Auseinandersetzungen mit Farbe, Form und Landschaft.
Anders als in einer Ausstellungssituation – etwa bei „Gemälde im Gewölbe“ in Karlsruhe-Durlach – entsteht hier kein fertiges Bild für den Raum, sondern ein Prozess, der unmittelbar mit der Umgebung verbunden ist.
Unterschiedliche Wege zur Kunst
Ob im offenen Gelände, im Atelier oder im Ausstellungsraum – jede Umgebung verändert die Arbeitsweise und die Wahrnehmung von Kunst.
Während beim Tag der offenen Ateliers in Hochstadt der Entstehungsprozess im Vordergrund steht und Besucher diesen direkt miterleben können, bleibt das Arbeiten in der Landschaft oft ein stillerer, konzentrierter Vorgang.
Gerade dieser Wechsel zwischen Öffentlichkeit und Rückzug macht den Reiz solcher künstlerischen Reisen aus.









